Der GAK stellte mit Rudi Hiden den ersten
steirischen Teamspieler, der zugleich zum
Wunderteamkeeper avancierte.
Hiden hatte prominente Nachfolger - vor allem
bei den Tormännern.
Rudi Hiden war einer der weltbesten Torhüter seiner Zeit. Geboren am 9. März 1909, spielte der Bäckerlehrling Rudi Hiden bereits mit 16 Jahren in der GAK Kampfmannschaft. Nachdem er vom damaligen Jugendbetreuer Major Oppitz vom Mittelstürmer zum Tormann umfunktioniert wurde. Beim GAK blieb Hiden nicht lange: bereits mit 18 wechselte er für 500 Schilling zum WAC nach Wien. Dort sorgte er für die Entstehung eines Fußballbegriffs, der noch heute hochmodern ist: "das Steirertor". Karl Sesta auch der "Blade" im Wunderteam genannt, meinte nach einem Gegentor: "So ein Tor kann nur ein Steirer bekommen !" Trotz "Steirertor" debütierte Hiden mit 19 im ÖFB-Team. 1930 hatte der großartige Tormann einen Vetrag von Arsenal in der Hand, doch die englische Regierung erteilte Hiden keine Arbeitserlaubnis. Und der WAC fiel um die für damaligen Zeiten unvorstellbare Summe von 240.000 Schilling für einen Fußballer um. Hiden wartete in Calais drei Wochen lang auf ein Einreisevisum, ehe er enttäuscht nach Wien zurückkehrte.
Am 16. Mai 1931 schlug Österreich auf der Hohen Warte Schottland 5:0. Mit Hiden - und es war zugleich die Geburtsstunde des rot-weiß-roten Wunderteams. 1933 wechselte Hiden zu Racing Paris und wurde zum Liebling der französischen Fans - vor allem der Frauen. Er kaufte sich eine Bar, in der nur die Prominenz verkehrt und wird französischer Staatsbürger. Mit 37 Jahren steht Hiden sogar im Tor des Trikolore-Teams. Nach seiner aktiven Karriere versucht sich Hiden mit mangeldem Erfolg als Trainer. In Sizilien soll er bei einem Erdbeben sein ganzes Geld verloren haben, im Zirkus stellt er sich für Elfmeter ins Tor. 1967 kehrte er fast verarmt nach Österreich und pachtete in der Nähe von Klagenfurt ein Gasthaus. Doch Rudi Hiden hat das Glück verlassen. Wegen einer Knochenmarkserweichung muss ihm ein Bein amputiert werden, Hiden ist völlig mittellos. Der GAK-Obmann Hofrat Dr. Konrad Reinthaler organisiert in Graz eine Spendenaktion, die über 100.000 Schilling bringt. Als Rudi Hiden im September 1973 stirbt, entscheidet der Bundeskanzler, dass seine Witwe eine Ehrenpension der Republik Österreich erhält - und der Wunderteamkeeper ein Ehrengrab.


