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DER WATSCHENMANN !
Wer kennt ihn nicht, den legendären Watschenmann im Wiener Prater ?

Wie vielen diente er nicht bloß zum persönlichen Kraftbeweis, sondern auch dazu, Emotionen freien Lauf zu lassen und bestehenden Frust abzubauen.
Und was den Besuchern des Wiener Prater Recht sein kann, sollte wohl auch verärgerten und frustrierten GAK-Fans billig sein dürfen.

Man suchte und fand unter all jenen, wenn auch vorerst nur angenommenen und vermeintlichen Verursachern des wirtschaftlichen Dilemmas, stellvertretend nacheinander jene „Watschenmänner“, an denen man seinen bestehenden und auch durchaus verständlichen Ärger abzureagieren vermochte.
Der Ruf nach Rache und Vergeltung beseelte so manchen GAK-Fan und bestimmte sein Verhalten.
"Vom Watschenmann zum Wunderwuzzi “ ein nicht unübliches österreichisches Schicksal. Vorbei die Zeiten der Jubelrufe und des Schulterklopfens, als der GAK vom programmierten Abstigskandidaten zum "Meister der Herzen" mutierte.


Im Nachhinein betrachtet ein zu hoher Preis, der bezahlt werden musste.
Eigentlich hätte die Mitgliederversammlung am 21.November 2008 im Hotel Novapark nach dem erfolgreichen zweiten Zwangsausgleich zu einem Signal für einen Start in eine neue GAK-Ära werden sollen.
Neue, gänzlich überarbeitete Statuten, die den Mitgliedern und Fans mehr Einflussnahme in die Vereinsgeschäfte bringen, sollten beschlossen werden, ein neuer Vorstand gewählt und mit Hofrat Dipl.Ing.Anton Kürschner ein neuer, wenn auch altbekannter Präsident.
Die Vorzeichen waren also durchaus positiv, was folgte war jedoch der traurige Höhepunkt lang währender Diskussionen und Auseinandersetzungen unter den Fans, drohte die Präsidentschaft Kürschner schon beendet zu sein, noch ehe sie begonnen hatte.
Dabei verstärkte sich der Eindruck der letzten Wochen und Monate, dass es durch die Geschehnisse um unseren GAK nicht nur zu einer Polarisierung der Fans gekommen ist, sondern standen sich diese geradezu feindselig gegenüber, von einer vielpropagierten Einigkeit weit entfernt.
So mag es nicht näher verwundern, dass die Mitgliederversammlung auch einen negativen medialen Niederschlag fand.
Dabei unterscheidet sich der GAK-Fan grundsätzlich durch Nichts von den Fans anderer Vereine.
Da wie dort bildet die Fanszene keinen homogenen Personenkreis, lassen sich unterschiedliche Gruppierungen differenzieren. Ausgehend von der Fan-Definition als Anhänger eines Vereines, der sich durch eine hohe Identifikation mit „seinem“ Verein auszeichnet, aus der ein starkes Solidaritätsgefühl sowohl mit dem Verein und den Spielern, als auch mit anderen Fans entspringt, finden sich mehrere Versuche die Ausdifferenzierung der Fanszene darzustellen.
Eine gängige Einteilung lieferten Heitmeyer u. Peter, derzufolge konsumorientierte, fußballzentrierte und erlebnisorientierte Motive für den Stadionbesuch drei verschiedene Gruppen von Fans aufmachen lassen.
Aber auch diesen Untergruppierungen der Gesamtheit der Stadionbesucher ist keine hohe Homogenität zu unterstellen, vielmehr lassen sich aufgrund der „Haupttendenz“ der Gruppierung, Charakteristika der verschiedenen Fan-Gruppen nur grob skizzieren.

Konsumorientierte Fans
sehen den Fußball als Konsumgut und konsumieren dementsprechend auch nur Highlights (Derbys, meisterschaftsentscheidende Spiele ), sie sind nicht besonders gruppenorientiert und treten entweder allein oder in wechselnder Kleingruppen auf.

Die fussballzentrierten Fans
sind jene, die ihr persönliches Schicksal eng an das Schicksal des Vereines koppeln und kein Spiel verpassen. Fußball stellt für sie ein unverzichtbares Präsentationsfeld dar, über das Anerkennung für den Einzelnen und die Gruppe gesucht wird. Eigene Beträge zur Erhöhung der Spannung sind charakteristisch, weiterhin drücken sie ihr Identifikation mit dem Verein durch das Tragen von Fan-Utensilien aus, ihre Position im Stadion ist zumeist der Fan-Block.

Erlebnis-orientierte Fans
sehen im Fußball in erster Linie eine Plattform, um etwas zu erleben, um sich selber zu inszenieren und sich eine Art Kick zu holen. Zu den erlebnisorientierten Fans lassen sich gerade die Hooligans zählen, denen man ein gewisses Interesse am sportlichen Geschehen nicht absprechen kann, andererseits verlassen einige von ihnen während des Spiels die Ränge oder auch das Stadion, um auf potentielle Gegner zu warten, beteiligen sich an den gewalttätigen Ausschreitungen und Vandalismus anlässlich eines Fußballspiels.

Es unterscheiden sich demnach nicht nur die Fans von den übrigen Zuschauern, auch präsentiert sich die Fanszene wesentlich heterogener. Diese Inhomogenität veranschaulicht es aber auch, dass es den „einzig wahren GAK-Fan“ nicht geben, keine Gruppierung den Anspruch darauf erheben kann.
Nicht unterschiedliche Motivation und in Erscheinung treten bestimmen die Wertigkeit der Fans, sondern vielmehr eine hohe Identifikation mit seinem GAK.

Letztendlich wollen sie doch alle einem gemeinsamen Ziel folgen, der Unterstützung des GAK.
Neben dem wirtschaftlichen und sportlichen Bereich steht dem neuen Präsidenten auch im Fanbereich noch ein hartes Stück Arbeit bevor.

Mit der Berufung der beiden Fangruppenvertreter Christian Weswaldi und Martin Zwischenberger in der Funktion eines Fangruppenkoordinators in den GAK-Vorstand, wurde ein erster Schritt getan.
Jetzt ist es sehr wesentlich an uns Fans gelegen, zu demonstrieren, dass die Einigkeit der GAK-Familie nicht ein bloßes Lippenbekenntnis, sondern tatsächlich gelebte Realität darstellt.

Es ist gut, dass die Meisterschaft nach der langen Winterpause wieder losgeht und wir uns alle auf das Sportliche konzentrieren können.
Jetzt ist es vor allem wichtig, dass nun wirklich wieder Ruhe einkehrt und alles dem sportlichen Ziel Wiederaufstieg untergeordnet wird.